Meine ersten Schritte zur Erforschung unserer Familiengeschichte gestalteten sich schwierig. Durch unsere Vertreibung im Jahre 1946 gab es kaum Unterlagen und Dokumente, die ich für eine Chonik hätte zugrundelegen können. Mir standen nur einige Fotos und eine Ahnenliste zur Verfügung, die ein Onkel erstellt und bei der Vertreibung mitgenommen hatte. Auch wenn die Ahnenliste des Onkels sehr hilfreich war und mir die Suche in den in Tschechien noch vorhandenen Kirchenarchiven ersparte, mußte ich praktisch doch bei null anfangen. Auch von den Eltern und Verwandten konnte ich kaum etwas in Erfahrung bringen, da sie alle schon nicht mehr im Sudetenland geboren wurden.
Da mir keine überlieferten Informationen zur Verfügung standen, mußte ich einen anderen Weg gehen. Ich versuchte, mich so weit wie möglich mit der jeweiligen Zeit vertraut zu machen, in der die Vorfahren gelebt hatten. Mir kam zustatten, dass ich mich bereits seit der Kindheit besonders für Geschichte interessierte. Dabei wurde es notwendig, die geschichtlichen Fakten auf mehreren Ebenen darzustellen. Die österreichische und deutsche Geschichte bildete den ersten Rahmen, der die geschichtlichen Abläufe im Ostsudetenland beeinflußte. Die Darstellung der Geschichte des Troppauer Landes war ihrerseits der Rahmen für die Erfassung der Geschichte meiner Vorfahren in ihrem Heimatdorf Lichten. Aus diesen Gründen orientieren sich die Darstellungen für die verschiedenen Jahrhunderte in der Chronik an diesen drei Ebenen.
 Quelle: The Pierpont Morgan Library: Breviary of Eleanor of Portugal, MS M. 52 fol. 2v, Bruges ca. 1500
Aber allein die geschichtlichen Fakten reichten mir nicht aus. Die Chronik sollte soweit wie möglich auch zeitgenössische Abbildungen, Berichte von Augenzeugen wie auch Schilderungen aus der Literatur der jeweiligen Epoche enthalten. Auf diesem mehrgleisigen Wege, der die Ergebnisse verschiedener Arbeitsbereiche miteinander verband, hoffte ich, auch ohne Dokumente mich soweit wie möglich in die Lebensabläufe meiner Vorfahren im Ostsudetenland hineinversetzen zu können. Das Resultat meiner Bemühungen ist auf den nebenstehend angeführten Seiten dargestellt. Es handelt sich jeweils um Kurzfassungen der ausführlichen Schinzel-Chronik. Da die gesamt Chronik inzwischen über 1.000 Seiten hat, habe ich Sie in einzelne Teile aufgeteilt. Falls Sie an den einzelnen Teilen der ausführlichen Chronik interessiert sind, so können Sie diese gegen einen Unkostenbeitrag als pdf-Datei in der Mitte und am Ende der nebenstehend angeführten Seiten bestellen.
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